Kurzporträt des Marktes Rohr i.NB

Luftbild Rohr
Foto: © Dr. Stefan Satzl

Der Markt Rohr i.NB (3.500 Einwohner) liegt als kreisangehörige Gemeinde im Landkreis Kelheim, Regierungsbezirk Niederbayern.

Der Hauptort Rohr ist mit seiner Einwohnerzahl von rund 2.300 Bürgerinnen und Bürgern ein ländlich geprägter Wohnort. Das Zentrum der Marktgemeinde bildet die prächtige Abtei- und Pfarrkirche mit ihrer weltbekannten Darstellung der Mariä Himmelfahrt.

Die zum Markt Rohr i.NB gehörenden Ortsteile, Weiler und Einöden prägen das landschaftlich reizvolle Gemeindegebiet zwischen den Flüssen Abens und Großer Laber, am Beginn der Hallertau.

Im Markt Rohr i.NB sind neben dem Kindergarten St. Elisabeth eine neu gestaltete Grundschule und das Johannes-Nepomuk-Gymnasium zentrale Bildungseinrichtungen. Die Benedictus-Bücherei und das Volksbildungswerk ergänzen das Bildungsangebot des modernen Gymnasiumstandortes mit ideal verkehrstechnischer Anbindung an das örtliche und überörtliche Straßen- und Schienennetz.


Rohr i.NB wird um sein vielfältiges, ehrenamtliches Engagement bewundert. Zahlreiche weltliche und kirchliche Vereine füllen den Ort mit Leben und verleihen ihm Lebens- und Wohnqualität. Aktive Sportmöglichkeiten, ein gemeindeeigenes Freibad und ein für die Öffentlichkeit zugängliches Hallenbad von Kloster Rohr, sowie eine Reitanlage sorgen dafür, dass es in Rohr nicht langweilig wird.


Bäcker, Metzger, ein Supermarkt, Hofverkäufe, zwei Autohäuser, zwei Tankstellen, zwei Banken, Allgemein- und Zahnärzte, Apotheke, Gesundheitsdienstleister, Gastronomie, eine Postagentur und eine ganze Menge an Gewerbebetrieben bieten eine gute Grundversorgung der heimischen Bevölkerung. Das AZURIT Seniorenzentrum Haus ASAM zählt derzeit zu den am besten bewerteten Pflegeeinrichtungen für Seniorinnen und Senioren im Kreis.

Trotz seiner Modernität ist der Markt Rohr i.NB eine bodenständige und l[i]ebenswerte Gemeinde am Rande der Hallertau zwischen Abens und Großer Laber.

Besuchen Sie uns. Wir heißen Sie herzlich willkommen.

Ortsteile in der Marktgemeinde Rohr i.NB

Zum Markt Rohr i.NB gehören seit der letzten Gebietsreform, die in Bayern von 1971-1980 durchgeführt wurde, mehrere Dörfer und kleinere Ortschaften. Diese waren zuvor entweder selbständig oder Teile anderer Gemeinden. Zum Markt Rohr i.NB gehören der Weiler Wallersdorf, Oberrohr, Straßenhaus und Asbach. Die Marktgemeinde Rohr i.NB besteht  in ihrer jetzigen Form seit 1978.

Die Ortsteile

Bachl (151 Einwohner)

Kurzportrait

Eine kleine Gemeinde im Norden von Rohr war Bachl. Zur Zeit der Klostergründung hieß es Hard oder Hardt am Pächel. Der durch den Ort fließende Bach bestimmt auch heute noch den Namen des Ortsteils. Wegen seiner unmittelbaren Anbindung an die A 93 spielt Bachl für die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde eine übergeordnete Rolle. Das Neubaugebiet mit günstigen Baulandpreisen und seiner Lage im Grünen ist bei Familien sehr beliebt. Außer örtliche Arbeitsstellen sind von Bachl aus schnell erreichbar.

 

Historie

Eine kleine, aber selbstbewusste und stolze Gemeinde im Norden von Rohr war Bachl. Zur Zeit der Klostergründung hieß es Hard oder Hardt am Pächel. Edle Herren von Hardt bezeugten schon im 12. Jahrhundert Schenkungen an das Kloster Rohr. Der Bach bestimmt auch heute noch den Namen des Ortsteils. Bachl war seit Beginn des 19. Jahrhunderts bis 1972 eine selbständige Gemeinde. Eine kurze Unterbrechung gab es nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Amerikaner teilten die Gemeinde der Nachbargemeinde Sallingberg zu. 1950 wurde Bachl wieder selbständig. In diesem Jahr war durch die Eröffnung des Lagers Bachl die Einwohnerzahl sprunghaft angewachsen. So wurde bei der nächsten Wahl auch ein Bewohner des Lagers, Herr Plank, Bürgermeister. Im Zug der Gebietsreform 1972 musste der letzte Bürgermeister Stadler seine Gemeinde nach Offenstetten eingliedern. 1978 erfolgte der Anschluss an den Markt Rohr.

Bis 1925 gehörten Bachl und Birka zur Pfarrei Rohr. Bachl hat eine eigenartige Kapelle mit einem italienisch anmutenden Glockenturm. Sie ist der Hl. Dreifaltigkeit geweiht.

Bis vor einigen Jahren gab es am Ort ein Gasthaus und eine Poststelle. Das Gesellschaftsleben tragen die Freiwillige Feuerwehr und der Krieger- und Soldatenverein. Durch die günstige Lage an der BAB 93 hat sich in Bachl ein ansehnliches Industrie- und Gewerbegebiet entwickelt.
Der Ort Scheuern, der den nordwestlichen Abschluss des Gemeindegebietes bildet, ist ebenfalls sehr alt. Er hat eine enge Verbindung mit dem Scheyern in Oberbayern, dem Sitz eines Benediktinerklosters. Auch mit der Geschichte des Hauses Wittelsbach, das über lange Zeit bis ins 20. Jahrhundert herauf die Geschicke Bayerns bestimmte, ist Scheuern verknüpft.

Helchenbach (266 Einwohner)

Kurzportrait

Zur Gemeinde Helchenbach gehörten die Weiler und Einöden Berg, Aich, Grub, Obermondsberg, Höfel, Thalhof, Weiherhof, Kleinthalhof und Schöfthal. Zwei Steinbeile, die innerhalb der Dorffluren gefunden wurden, weisen darauf hin, dass die Gegend schon in der Jungsteinzeit besiedelt war. Der Namensteil "Helchen-, Helihin-, oder Helichen" ist mit dem Namen eines Adeligen Helicho zu erklären. Helchenbach ist somit die Siedlung des Helicho am Bach. Heute ist Helchenbach ein beliebter Zuzugsort für junge Familien. Das lebendige Dorfleben ist charakteristisch für den Ortsteil.

 

Historie

Zur Gemeinde Helchenbach gehörten die Weiler bzw. Einöden Berg, Aich, Grub, Obermondsberg, Höfel, Thalhof, Weiherhof, Kleinthalhof und Schöfthal. Zwei Steinbeile, die innerhalb der Dorffluren gefunden wurden, weisen darauf hin, dass die Gegend schon in der Jungsteinzeit besiedelt war. Eine Reihe von Hügelgräbern in den Wäldern bei Grub und Obermondsberg sind Zeugen aus der Bronze- und Hallstattzeit. Um 600 nach Chr. stießen die Baiuwaren ins Laabertal vor. So besiedelten sie auch das Tal des sog. Ohbaches. Nach Wallner sind die Bach-Orte in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts entstanden. Der Namensteil "Helchen-, Helihin-, oder Helichen" ist mit dem Namen eines Adeligen Helicho zu erklären. Helchenbach ist somit die Siedlung des Helicho am Bach. Mit fortschreitender Christanisierung spielten die Klöster als Grundherren eine entscheidene Rolle. In der Nähe von Helchenbach lagen weitere Edelsitze wie Aetelhausen, das heutige Adlhausen und Obermondsberg, von dem nur noch ein Burghügel vorhanden ist. Adlhausen gehörte zum Kloster Geisenfeld, Obermondsberg wahrscheinlich zu Rohr und Helchenbach zum Kloster St. Emmeram in Regensburg. Im Nordosten des Ortes liegt im Sintsbucher Forst an der Ochsenstraße eine große kreisrunde Verschanzung, die wahrscheinlich eine Fliehburg aus der Zeit der Ungarneinfälle im 10. Jahrhundert war. Auch dort soll ein Edelsitz gewesen sein. Hund (2. Band S. 244) schreibt: "830 Sinzburg castrum com nemore Sinzpuech, Burgstall" (Burg Sinzburg mit Wald Sinzpuech). Im Jahre 1037 schenkten Graf Eberhard zu Murach und seine Frau Adelheid "die Sintzpurckh mit dem Wald Sintzpuech" nebst anderen Gütern und Besitzungen in Bayern und Österreich für ewige Zeiten dem Kloster Geisenfeld. (Mon. boic. XIV/271)
Urkunden berichten über das Adeligengeschlecht von Helchenbach. Etwa 1080-85 schenkte der Edle Rudolf an St. Emmeram das Gut Helichinpach unter der Bedingung, dass es nicht zu Lehen gegeben wird. Ab 1139 treten die Helchenbacher Adeligen als Siegelzeugen auf: Um 1150 Otto von Helchenbach beim Kauf eines Hofes zu Richenrut (Reichenroith) durch Kloster Rohr vom Grafen Konrad von Roning, 1181/82 ein Adelpert von Helchinpach, 1180 Adelprecht und Udalrich von Helchenbach und 1180 Gebhart von Helchenbach. Ein Otto (Jun.) von Helchenbach wird zum letzten Male etwa 1193-96 erwähnt. Schöfftal ist in der Stiftung des Klostergründers Adalbert 1133 aufgeführt. Im Jahre 1406 verkauften Albrecht Weilberger zu Lauterbach und seine Gattin Mazz, geb. Ebram, ihre Dörfer Pattendorf, Helchenbach, Wolferthau, Hofendorf nebst Zugehörungen, alles freies Eigentum mit Ausnahme des zum Hochstift Regensburg lehenbaren Zehenten zu Krumbach, an Ulrich Regelsdorfer, Probst von Rohr für 1100 Gulden.
Helchenbach gehörte seit urdenklichen Zeiten zu der seit dem 9. Jahrhundert bestehenden Pfarrei Sandsbach. In den Matrikeln der Pfarrei Sandsbach findet man als ältesten Eintrag, dass am dritten Februar 1596 ein Petrus Carl von Helchenbach getauft wurde. 1653 sind ein Georg Hehammer, Bauer auf dem Dalhoff, und am 7. August 1667 ein Georg Grueber, Bauer von Scheffdall, eingetragen. Im oberen Ortsteil stand eine kleine Kapelle, die aber abgerissen wurde, als 1911/12 das heutige Gotteshaus gebaut wurde. 1955 wurde es nach Osten hin erweitert. Die Figur des hl. Florian weist nach Erzählungen der älteren Dorfbewohner darauf hin, dass Helchenbach im Dreißigjährigen Krieg durch Brand zerstört worden ist. 1809 zogen die Heere Napoleons und die der Österreicher durch. Nach 1818 wurde Helchenbach eine eigene Gemeinde. Vor dem 1. Weltkrieg schon versuchten die Verantwortlichen ein eigenes Schulhaus zu bauen. Ein Gesuch von 1911 wurde aber abgelehnt. Erst 1951 konnten die Helchenbacher Kinder ihre Dorfschule besuchen. Doch 1969 war das Ende der kleinen Landschulen gekommen. Das Dorf wurde in den Schulsprengel Rohr eingegliedert. OL Georg Deinert war der erste und letzte Lehrer in Helchenbach.

Laaberberg (411 Einwohner)

Kurzportrait

Die ehemals größte Gemeinde mit seinen dazugehörigen Orten Alzhausen, Mixmühle, Kalteneck, Au, Thalhof, Reichenroith, Kronholzen, Ober- und Untergrünbach, Laaber, Oberndorf und Schmiddorf kann auf eine reiche Geschichte zurückblicken. Bevor der Ort durch die Wallfahrt berühmt wurde, war er durch eine Wunder- bzw. Heilquelle bekannt. Heute passieren Fahrradfahrer und Fußgänger den Ort auf den Laabertalfahrrrad- und –wanderweg. Der europäische Pilgerweg „Via Nova“ führt durch Laaberberg.

 

Historie

Die größte Gemeinde Laaberberg mit seinen dazugehörigen Orten Alzhausen, Mixmühle, Kalteneck, Au, Thalhof, Reichenroith, Kronholzen, Ober- und Untergrünbach, Laaber, Oberndorf und Schmiddorf kann auf eine reiche Geschichte zurückschauen. Der ehemalige Lehrer Wilhelm Bindl hat als Heimatgeschichtler über Laaberberg viel Material gesammelt und geordnet. Außerdem sind im Pfarrarchiv zahlreiche Dokumente erhalten. Die Geschichte Laaberbergs ließe sich also gut und gerne in einem gesonderten Buch darstellen. Laaberberg ist mindestens so alt wie Rohr.


Es hatte 1133 auch schon eine Kirche, denn 1132 wird die Laaberberger Filialkirche in Niedereulenbach erwähnt. Graf Adalbert stiftete die Kirche in Laaberberg zusammen mit den Filialen in Grünbach und Waselsdorf sowie zwei Huben (Höfe) in Laaberberg für die Klostergründung. Die Chorherren aus Rohr waren bis zur Säkularisation Pfarrherren in Laaberberg. Bevor der Ort durch die Wallfahrt berühmt wurde, war er durch eine Wunder- bzw. Heilquelle bekannt. Der bayerische Geschichtsschreiber Aventin berichtet in seiner Bayerischen Chronik, dass um 1417 zur Zeit Herzog Ludwigs des Reichen zu Laaberberg urplötzlich ein Brunnen entsprang. Jedermann lief herbei, Edel und Unedel, Bürger und Bauer, Arm und Reich. Auch der Herzog selbst kam. Alle badeten, wuschen sich oder tranken von dem Wasser und wurden gesund. Ab 1450 ist Laaberberg Wallfahrtsort zu Unserer Lieben Frau. Seit dieser Zeit wird immer wieder von Gebetserhörungen und Hilfen in großen Nöten berichtet. In mehreren Mirakelbüchern sind die Erhörungen festgehalten. Schon um 1600 zogen Pfarrgemeinden wie Roning und Hofendorf mit dem Kreuz nach Laaberberg. Ein Ölbild aus dem Jahr 1800 erinnert an die 200. Wallfahrt. Aus vielen Orten der nahen und weiten Umgebung zogen die Pilger alljährlich zur Mutter Gottes von Laaberberg. Die Zahl war manchmal so groß, dass das Kloster Rohr sechs oder sieben Priester schicken musste. Die jetzige Kirche wurde in den Jahren 1703-1711 unter Probst Patritius Heydon von Baumeister Joseph Bader erbaut und in den darauffolgenden zehn Jahren im barocken Stile prächtig ausgestaltet. Ein Deckengemälde (wahrscheinlich von Cosmas Damian Asam gemalt) zeigt den Empfang des Herzogs Ludwig des Reichen durch Propst Petrus am Fuße der Wallfahrtskirche. 1722 wurde das Gotteshaus von Weihbischof Godefried Langwart von Simmern eingeweiht. Laaberberg ist auch heute noch mit Högldorf und Niedereulenbach eine selbständige Pfarrei. 1636 wird in Laaberberg erstmals ein Schulmeister erwähnt. Die politische Gemeinde Laaberberg gibt es seit 1818. Zunächst hieß sie Gemeinde Laaber, ab 1837 Laaberberg.
Eine kulturelle Besonderheit steht links der Straße am Ortsende von Kalteneck in Richtung Laaberberg. Es handelt sich um einen dreiseitigen spätgotischen Bildstock aus der Zeit um 1490. Auf den drei Seiten sind Reliefs angebracht, das Kruzifix mit Maria und Johannes, der Hl. Sebastian und der Schmerzensmann. Der obere Abschluss fehlt. Der untere neuere Teil der Säule trägt die Inschrift V. 1837 F. Ein Vitus Forstner hat damals die Säule restaurieren lassen. Nach Bindl handelt es sich bei dem Denkmal um den Rest eines Sakramentariums, in dem die Speisegefäße aufbewahrt wurden.


 

Nicht unerwähnt bleiben darf die dem Hl. Stephan geweihte Kirche in Laaber. Ihr markanter, schindelgedeckter Turm schaut weit ins obere und untere Laabertal.

 

Oberbuch/Gressau (76 Einwohner)

Kurzportrait

Aus der ehemaligen Gemeinde Wolferthau kamen 1972 Oberbuch und Gressau zum Markt Rohr. Beide Orte sind mit der Geschichte von Kloster Rohr verbunden.


Die Kirche, fast auf dem höchsten Punkt gelegen, ist dem Hl. Ägidius geweiht. Sie ist von mehreren Himmelsrichtungen aus schon von weitem zu sehen. Oberbuch hat einen eigenen Friedhof. Beide Orte gehören aber zur Pfarrei Pürkwang. Bis in Obereulenbach ein Schulhaus gebaut wurde, gingen die Kinder nach Oberlauterbach in die Schule.

Die Freiwillige Feuerwehr ist als Ortsteilwehr aus der alten Gemeinde Wolferthau erhalten geblieben.

Obereulenbach (168 Einwohner)

Kurzportrait

Alinpah oder Allinbach wie das Dorf früher hieß, war ein Adelssitz des Alo oder Alin am Bach. Hirtdorf, Högetsing, Kiefernmühle, Mordberg, See, Waselsdorf. Heute ist Obereulenbach ein Ortsteil mit einem regen Dorfleben. Das alljährliche Dorffest am 15. August zählt zu den Höhepunkten des Vereinslebens in der Marktgemeinde. Für Fußgänger und Radfahrer führen Straßen zu einem gern genutzten Freizeitpotential.

Historie

Bei der Suche nach dem Alter des Ortes und seiner umliegenden Weiler und Einöden geht es uns ähnlich wie bei Helchenbach. Alinpah oder Allinbach wie das Dorf früher hieß, war ein Adelssitz des Alo oder Alin am Bach. 934 taucht dieser Name in den Ebersberger Traditionen auf (Cartular Ebersberg I). Mit Sicherheit haben die Orte um 1133, als das Kloster Rohr gegründet wurde, schon bestanden. In den Schenkungs- und Kaufurkunden des Klosters kommen sie fast alle vor. Hinweise auf eine jungsteinzeitliche Besiedlung geben Funde, die beim Schulhausbau 1909 und im früheren Fuchsenhölzl, einige hundert Meter nordwestlich davon gemacht wurden. Nach Berichten des ersten Lehrers Josef Trollmann wurden zwei Körbe voll mit Steinwerkzeugen nach München gebracht. Einige Stücke blieben im Schulhaus, darunter eine Steinsäge, die heute im Museum Kelheim ausgestellt ist.
Obereulenbach war immer eng mit dem Kloster Rohr verbunden. Eberhard von Allnpach wurde 1138 der zweite Probst des Augustinerchorherrenstiftes.


In Obereulenbach gab es, wie übrigens auch in Waselsdorf, schon im 12. Jahrhundert eine Kirche. Lange Zeit war sie dem Hl. Georg geweiht. Später wurde der Hl. Sebastian Kirchenpatron. 1712 ließ Probst Patritius Heydon die ehemals gotische Kirche im barocken Stil auszieren und nach Westen hin verlängern. In die Decke des Kirchenschiffes ist sein Wappen eingearbeitet. Baumeister war wie in Rohr der aus Wessobrunn stammende Joseph Bader. 1722 wurde die Kirche von Weihbischof Godefried Langwert von Simmern eingeweiht.
Im Dreißigjährigen Krieg und auch in den Kriegen von 1704 und 1809 mussten das Dorf und seine umliegenden Gehöfte viel Drangsal aushalten. Bis zur Säkularistion gehörten die Anwesen als Grund- und Zehentgehöfte dem Kloster Rohr. Seelsorglich wurde das Dorf von den Chorherren mitbetreut. 1803 wurde es eine Filiale der Pfarrei Rohr. Als 1852 das Benefizium gestiftet wurde, bekam Obereulenbach einen eigenen Geistlichen. P. Gunther Hübl, der jetzige Seelsorger, ist der 20. in der Reihe der Benefiziaten.
Die politische Gemeinde Obereulenbach gab es von 1822 bis 1972. Seitdem ist sie in den Markt eingegliedert. Nach fast 40-jährigen Bemühungen gelang es 1909 eine eigene Schule zu bauen. Bis zur Schulreform in Bayern 1969 wurde sie entweder zwei- oder einklassig geführt. Das Schulhaus, eines der Wahrzeichen des Dorfes, befindet sich heute in Privatbesitz. Im Dorf gibt es heute leider kein Gasthaus mehr. Die Feuerwehr, die kath. Jungbauernschaft, sowie der Frauenbund bestimmen das gesellschaftliche Leben.

Sallingberg (208 Einwohner)

Kurzportrait

Der Ursprung von Sallingberg, Ursbach, Stegen und Scheuern ist nicht mehr feststellbar. Der Weiler Graben wird Sallingberg zugeordnet. Von der vorbeiführenden Autobahn A 93 ist der markante Kirchturm mit seiner barocken Zwiebel zu sehen. Mit dem Neubau des Feuerwehr- und Gemeinschaftshauses haben die Bewohner von Sallingberg einen einmaligen Zusammenhalt entwickelt, der die Dorfgemeinschaft vorbildlich neu geprägt hat. 2013 hat die Katholische Landjugend einen Preis der Diözese Regensburg für eine Projektarbeit gewonnen, die sich mit der Dorfentwicklung in der Gegenwart und in der Zukunft beschäftigt.

Historie

Der Ursprung von Sallingberg, Ursbach, Stegen und Scheuern ist nicht mehr feststellbar. Mit Sicherheit sind aber die Klöster Scheyern, Weltenburg und Rohr mit ihrer Geschichte verbunden. Da aber Sallingberg kein Adelssitz war, tauchen auch keine Herren als Siegelzeugen in Schenkungsurkunden auf. Wahrscheinlich im Jahre 1209 verschenkte Herzog Ludwig I., der Kelheimer, eine Kapelle in Sallingberg an das Kloster Rohr. 1231 bestätigt Otto II. diese Schenkung. Bereits 1239 gibt es eine Unterschrift eines Cunrad, Pfarrer von Sälingberg. 1248 wird die Schenkung der Kapelle in "Selenberc" von Bischof Albert von Regensburg bestätigt. 1247/48 löst Propst Hugo II. von Rohr einen Bestiz zu Mantelkirchen aus, den Friedrich an einen Unbekannten aus Sallingberg verspielt hatte. 1273 bestätigt Papst Innozenz IV. dem Kloster Rohr den Besitz der Kirche. 1408 kommt die St. Stephanskapelle von Ursbach durch Tausch von der Pfarrei Reißing an die Pfarrei Sallingberg. 1451 läßt Propst Petrus Fries für die Ursbacher Kapellen einen neuen Altarraum bauen. 1559 wird in Sallingberg die Diözesanvisitation durchgeführt. 1632 und 1634 fielen die Schweden ein und zerstörten viele Gehöfte.

Ab 1737 wird die Kirche, die dem Hl. Michael geweiht ist, erweitert, wahrscheinlich durch den Sohn des Rohrer Baumeisters Joseph Bader, Martin Bader. Auftraggeber waren Propst Maximilian Kipfhofer und Kanonikus Patritius Guggenmoos, damals Vicarius in Sallingberg und später ebenfalls Propst in Rohr.
1791 bis 1799 war Sallingberg auch ein Durchzugsgebiet vieler fremder Soldaten. Besonders lang sind der Bevölkerung "russische Horden" im Gedächtnis geblieben, die durch ihr wildes und barbarisches Auftreten Schrecken verbreiteten.
Nach der Säkularisation - Sallingberg hatte damals 173 Einwohner - sollte die Pfarrei nach Offenstetten und teilweise nach Kirchdorf eingegliedert werden. Die Hofmarksherrschaft Offenstetten lehnte das ab. 1828 wurde dann aus der Pfarrei eine Expositur. 1894 wurde der Pfarrhof gebaut. Bis zu letzten Expositus Pfarrer Josef Retzer waren vom ersten Expositus Alois Hofbauer an, der eine wertvolle handgeschriebene Chronik hinterlassen hat, 28 Geistliche auf dieser Stelle. Seit dem Ableben von Expositus Retzer wird Sallingberg von Offenstetten seelsorglich mitverwaltet.
Schon vor der Säkularisation hatte Sallingberg eine Schule, die vom Kloster Rohr beaufsichtigt wurde. Der jeweilige Mesner und Schullehrer bekam seinen Lohn vom Kloster hauptsächlich in Form von Naturalien. 1831 wird die Schulstelle von Alois Hofbauer beschrieben. Die Gemeinde hatte kein eigenes Schulhaus. Die Schul- oder Unterrichtsstube stellte der Mesner zur Verfügung. Ein neues Gemeindeschulhaus gab es in Sallingberg ab 1900. 1925 kamen Bachl und Birka zur Pfarrei. Als 1950 das Lager Bachl eingerichtet wurde, erreichte die Pfarrgemeinde mit 630 Einwohnern den höchsten Stand. Während man sich um einen Um- bzw. Ausbau der Schule bemühte, kam trotz vieler Widerstände der Zusammenschluss mit Offenstetten. Dort musste vom begonnen Neubau der Dachstuhl abgenommen und ein weiteres Stockwerk aufgezogen werden, damit für die Sallingberger Platz wurde. Ab 1965 gingen die Schulkinder nach Offenstetten. 1972 erfolgte die Eingemeindung nach Offenstetten und 1978 schließlich die Eingliederung in die Marktgemeinde Rohr. Seit 1994 gehen nun auch alle Kinder in die Volksschule Rohr. Das Vereinsleben bestimmen die Feuerwehr, der Krieger- und Soldatenverein Sallingberg/Bachl und die Landjugend Sallingberg.
1965 begann die Gemeinde, sich um ein eigenes Wappen zu bemühen. Die geschichtliche Verbundenheit mit den Klöstern Weltenburg und Rohr war für die Gestaltung ausschlaggebend. Aus einem Hügel ragen zwei Rohrkolben heraus. Damit ist der Bezug zu Rohr hergestellt. Zwischen den Kolben schwebt das Weltenburger Kreuz.